Geodatabase
Über die Geodatabase
 

File-Geodatabase

Mit ArcGIS 9.2 führt ESRI eine alternative Einzelplatz-Geodatabase ein, die als Dateistruktur angelegt ist und den Namen File-Geodatabase trägt.

Diese Dateistruktur kann unabhängig vom Betriebssystem genutzt werden, also etwa unter Linux mit ArcGIS Engine oder auf einem Sun Server mit ArcGIS Server. Die Gesamtgröße einer File-Geodatabase ist nur durch den Plattenplatz limitiert und jeder einzelne Datenlayer darin kann bis 1 Terrabyte groß werden. Falls notwendig kann die maximale Dateigröße bis auf 256 TB erweitert werden. Das gilt auch für Rasterdaten, die ebenfalls direkt in der Dateistruktur der File-Geodatabase enthalten sein können.

Im Vergleich zur Access-basierten Personal-Geodatabase ist die Performanz der File-Geodatabase höher und je nach Festplattenarchitektur können wesentlich mehr zeitgleiche lesende Zugriffe, auch über ein Netzwerk, performant realisiert werden. Ein locking-Verfahren sorgt für jeweils nur einen aktiven schreibenden Zugriff je Layer.

In ArcCatalog gibt es keinen sichtbaren Unterschied zwischen Personal-Geodatabase und File-Geodatabase - die beiden Formate können auch einfach ineinander überführt werden. Unterschiede gibt es nur in der SQL Syntax, wie diese auch bereits bei Shapefiles und Personal-Geodatabases vorkommen. Informationen hierzu sind in der Online-Hilfe zu ArcGIS 9.2 in der SQL Referenz zu finden.

Der Inhalt einer File-Geodatabase kann zusätzlich komprimiert werden. Es entsteht dann eine read-only Variante dieser Geodatabase, die ersten Erfahrungen zufolge im Verhältnis 2:1 bis 5:1 (abhängig vom Inhalt) komprimiert ist. Eine Komprimierung kann wieder aufgehoben werden, wenn ein editierbarer Zustand der Daten benötigt wird. Im Rahmen der Komprimierung können weitere Zugriffsoptimierungen nach Attributen, räumlicher Nähe oder Objektklassen vorgenommen werden. Die Erweiterung ArcGIS Publisher unterstützt die File-Geodatabase als Zielformat. Als Option können Daten dort nicht nur gesammelt abgelegt sondern auch komprimiert sowie verschlüsselt werden. Letzteres erfolgt in Erweiterung zu ArcGIS 9.1 jetzt auch für Rasterdaten und verhindert den Zugriff auf die enthaltenen Geodaten von allen nicht autorisierten Anwendungen aus.

Aufgaben rund um die File-Geodatabase sind in einem neuen Toolset namens "File-Geodatabase" in der Toolbox "Data Management" zusammengefasst.

In ArcGIS 9.2 gibt es ein Werkzeug aus der Umgebung für Geoverarbeitung, welches noch nicht mit File-Geodatabases genutzt werden kann: "MakeQueryTable" ist nicht verwendbar, weil das darin enthaltene QueryDef Objekt nicht unterstützt ist.

Personal Geodatabase (Microsoft Access Basierend)
Personal-Geodatabases, die allen ArcGIS Benutzern zur Verfügung stehen, verwenden die Datenbankdateistruktur der Microsoft Jet Engine zur Speicherung von GIS Daten. Personal-Geodatabases sind dateibasierten Workspaces ähnlich und enthalten Datenbanken bis zu einer Größe von
2 GB. Ab einer Größe zwischen 250 MB und 500 MB sind Performanceeinbußen erkennbar. Für die Arbeit mit Attributtabellen in Personal-Geodatabases wird Microsoft Access verwendet. In absehbarer Zukunft wird ESRI die Personal-Geodatabase weiterhin unterstützen. In Version 9.2 wird die Personal-Geodatabase auf Access Basis parallel zur File-Geodatabase unverändert unterstützt sein. ESRI empfiehlt jedoch für die Zukunft die File-Geodatabase.

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